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27.07.2008

Paul Cleave – Der siebte Tod

von admin in Paul Cleave

Hi, mein Name ist Joe und ich töte gerne Frauen. Die Polizei nennt mich “Schlächter von Christchurch” und ich finde es gut. Sieben Frauen wurden in den letzten Jahren getötet, doch ich weiß, dass ich nur sechs getötet habe. Nun mache ich mich auf die Suche nach meinem Nachahmungstäter und werde ihm meine Morde auch noch anhängen. Das wird ein Spaß.

Joe arbeitet tagsüber als Putzhilfe im Polizeirevier. Für alle Leute ist der “Der liebe Joe”, besonders seine Kollegin Sally mag ihn sehr. Er erinnert sie an ihren Bruder Martin, der vor einigen Jahren unglücklich verstorben ist. Er war geistig behindert. Auch Joe ist geistig behindert – zumindest tut er so als ob. Natürlich weiß er selber, dass er es nicht ist. Joe spielt den retardierten in der Arbeit. Außerdem besitzt er ein riesen Selbstbewusstsein. Durch die Zuneigung, die Sally ihm schenkt, denkt er, sie liebt ihn. Generell glaubt er, dass jede Frau ihn liebt. Er selbst erwidert diese Gefühle nicht, er will es einfach nicht und hatte deshalb noch nie eine Freundin.

Seiner Mutter missfällt das zutiefst. Sie hätte gerne eine Schwiegertochter, aber sie denkt, dass Joe schwul ist. Ihrem Sohn ist das egal, schließlich glaubt seine Mutter auch, er wäre Autoverkäufer. Aber die Frau ist ohnedies ein eigenes Kapitel mit der der Schlächter von Christchurch eine interessante Beziehung hegt. Jeden Montag besucht er seine sie und jeden Montag gibt es dasselbe essen. Und jeden Montag muss er sich dieselben Vorwürfe anhören. Er kann seine Mutter nicht ausstehen und trotzdem liebt er sie und würde ihr nie was antun. Seinen Vater hat er ohnehin schon früh verloren.

Joe wohnt gemeinsam mit seinen zwei Goldfischen Pickle und Jehova in einer kleinen Wohnung, liest gerne Liebesromane und stielt öfter mal ein Auto. Doch sein größtes Hobby ist es, Frauen zu ermorden. Er macht es nicht, weil er Frauen hasst, er tut es auch nicht, weil es ihn erregt, sondern einfach nur, weil es Spaß macht. Laut Polizei gibt es bereits sieben Tote, die der Putzmann getötet haben soll – doch er weiß, dass es nur sechs waren und bei der Siebten ein Nachahmungstäter am Werk war. Diesen will er finden und ihm die anderen sechs Morde anhängen.

Definitiv ist das Debut von Paul Cleave etwas, was man nicht so oft in den Bücherregalen stehen hat. Ein Buch aus der Sicht des Mörders zu schreiben, ist ja doch etwas, was eine riesige Aufgabe darstellt und man definitiv ein reichlich krankes Hirn braucht, um so etwas auch relativ authentisch rüberzubringen. Zweifelsfrei ist dieses Beispiel interessant, packend, ideenreich, kreativ und noch dazu richtig gut geschrieben.

Klar, die wenigsten von uns können sich vorstellen, wie ein Serienmörder tickt, aber die meisten sind doch hochintelligent, was man über diesen nicht behaupten kann. Dazu macht er zu viele Fehler, was wiederum für den Leser etwas positives ist, weil das das ganze authentischer macht. Man merkt einfach, wie Joe immer nervöser wird im Verlaufe des Buches, auch wenn er es nicht wahrhaben möchte.

Wobei man sagen muss, dass er sein Doppelleben garnichtmal so schlecht spielt. Am Tag den zurückgebliebenen Joe, den er wirklich hervorragend spielt, was man schon an den Dialogen zwischen ihm und seinen Kollegen erkennt; und in der Nacht den Mörder, der Schlächter von Christchurch.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass dies ein Thriller für Frauen ist. Weibliche Leser werden an emotionale Grenzen stoßen – sowohl positiv als auch negativ. Für Männer wird dieses Buch eher negative und auch schmerzhafte Erinnerungen hinterlassen, wenn man an die ein oder andere Szene, die der Autor niedergeschrieben hat, denkt. Was nicht heißt, dass man dieses Buch als Mann nicht lesen soll, keineswegs. Aber ich denke, Frauen haben definitiv mehr von davon, weil es für sie eine größere Bandbreite an Emotionen bereithält.

Weites kann der Thriller mit einem grandios schwarzen Humor aufwarten. Nicht selten muss man während des Lesens herzhaft auflachen. Einfach deshalb, weil der Hauptcharakter so tut, als ob Mord das natürlichste auf der Welt wäre. Etwas obskur, keine Frage, aber wenn man daran denkt, dass es eine fiktive Story ist, kann man schon darüber lachen.

Auf jeden Fall ein gelungener Roman und man darf auf seinen Nachfolger gespannt sein.

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Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Heyne (Mai 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453432479
ISBN-13: 978-3453432475
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3,6 cm


28.06.2008

David Morrell – Level 9

von admin in David Morrell

Frank Balenger kommt nicht zur Ruhe. Nachdem er sein Trauma aus dem Irak-Krieg verarbeiten wollte, durchlebte er im Paragon zum zweiten Mal die Hölle auf Erden. Doch dem ist nicht genug; als er einen Vortrag über Zeitkapseln besucht, werden ihm Drogen verabreicht, die ihn außer Gefecht setzen. Als er aufwacht liegt er vor dem Hotel seiner Albträume. Seine Freundin Amanda, die ihn begleitet hat, ist spurlos verschwunden und er fürchtet, denselben Horror wie damals zu durchleben.

Als Frank Balenger einen Sonderbaren Umschlag findet, ist er ganz neugierig, was sich in dem Kuvert, das optisch an die der 60er erinnert, befindet. Als er es öffnet, findet er eine Einladung zu einem Vortrag über Zeitkapseln. Als Geschichte-Interessierter will er sich das natürlich nicht entgehen lassen, also geht er gemeinsam mit seiner neuen Liebe, Amanda, zu dieser Veranstaltung um sich von einem Universitäts-Professor informieren zu lassen.

Dort angekommen wird das Paar sofort mit Kaffee und Kuchen bewirtet, um die ganze Sache noch bequemer zu gestalten. Als nach und nach immer mehr Leute den Vortrag verlassen, merkt Balenger, dass da etwas nicht stimmen kann. Doch ehe er sich’s versieht, fällt er und auch seine Lebensgefährtin in Ohnmacht. Natürlich war im Kaffee ein entsprechendes Mittel, denn die ganze Veranstaltung war von vornherein inszeniert um Frank zu täuschen.

Nach einigen Stunden, als Amanda erwacht, liegt sich auf einem Bett – ihr Freund ist spurlos verschwunden. Als sie sich umsieht, merkt sie, dass sie erstens in einem Gebäude ist, in dem sie noch nie zuvor war, und zweitens dass sie nicht allein dort ist. Mit ihr befinden sich vier weitere Leute in diesem Gebäude. Raus können sie (noch) nicht, da die Türschnallen elektrisiert sind. Über Lautsprecher läuft immer noch der Vortrag, den sie sich mit ihrem vermissten Freund angehört hatte. Nach und nach lernt sie die anderen Menschen kennen, die sich im Haus befinden. Es stellt sich heraus, dass jeder von ihnen – laut Gamemaster – ein Held ist.

Der Gamemaster ist ein Programmierer, der das Spiel “Scavenger” – zu Deutsch “Schnitzeljagt” – geschrieben und erfunden hat. Um das ganze zu testen, hat er sich fünf Probanden auserkoren, die dieses “Spiel” spielen sollen. Aus dem Spiel wird ein tödliches Abenteuer.

Auf dem ersten Blick könnte man meinen, Level 9 sei eine Kopie vom Vorgänger. Auf dem Zweiten erkennt man jedoch, dass dieses Werk noch um ein Stückchen besser ist. Anders als bei Creepers lernt man auch die Protagonisten neben Amanda und Frank etwas näher kennen. Außerdem hat die Geschichte – die übrigens anders als bei Creepers zwei Handlungsstränge hat – einen durchaus interessanten Tiefgang (zumindest wird dies einem vorgegaukelt). Natürlich ist der Spannungsbogen, wie man es von David Morrell gewohnt ist, enorm. Aber das ist klar, als Literaturwissenschaftler weiß er natürlich, wie man ein gutes Buch zu schreiben hat und wie man den Leser fesselt.

Man merkt ganz deutlich, dass der Autor dieses Buch für die Jugend geschrieben hat. Computerspiele sind ein aktuelles Thema, jeder Teenie (und auch die Leute im Alter darüber) spielen sie. Wenn man dann auch noch eine Geschichte darüber lesen kann, bringt man die Leute vielleicht auch mal weg vom PC. Eventuell ist Morells Ziel tatsächlich, einen gewissen Bildungsauftrag zu erfüllen, wenngleich Level 9 nicht tiefgründig ist, auch wenn es stellenweise so rüberkommt.

Ich bin seit Creepers ein großer Fan von Morrells Geschichten; aber nicht nur von diesen, sondern auch von seinen Nachworten, in denen er immer explizit seine Ansicht über das Geschriebene wiedergibt. Man merkt als Leser, dass es dem Autor Riesenspaß bereitet hat, dieses Buch zu schreiben. Hinzu kommt, dass man als Konsument des Buches noch näher an die Thematik herangeführt wird und man manchmal auch beginnt, selbst nach den Themen zu recherchieren. Noch einfacher wird dies, durch Morrells Quellenangaben, wo er schildert, welche Internetseiten und Bücher er selbst zu Rate gezogen hat, als er den Roman geschrieben hat. Sowas erlebt man wirklich bei ganz wenigen Autoren.

Level 9 ist ob der angesprochenen Tatsache, dass es eine interessante Hintergrundstory hat und man die Charaktere näher als im Vorgänger kennenlernt, ein Stück besser als die Geschichte rund um das Paragon-Hotel. Dennoch reicht es nicht ganz für eine volle Punktzahl in der Bewertung. Es ist eben doch nur dasselbe Gerüst – allerdings in einem neuen, frischen Gewand.

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Broschiert: 415 Seiten
Verlag: Knaur; Auflage: 1. Auflage (März 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426637901
ISBN-13: 978-3426637906


09.05.2008

Arnaldur Idridason - Nordermoor

von admin in Arnaldur Idridason

Ein knapp 70-jähriger Mann namens Holberg wird in Nordermoor tot aufgefunden. Mutmaßlich mit einem Aschenbecher erschlagen. Neben der Leiche liegt eine Nachricht, die den Ermittlern rund um Erlendur einige Rätsel aufgibt. Nach und nach führen die Ermittlungen 40 Jahre zurück in die 60er Jahre…

Erlendur und seine Truppe finden im Ort Nordermoor nahe der Isländischen Hauptstadt Reykjavik einen rund 70 Jahre alten Leichnam. Sein eingeschlagener Schädel führt die Ermittler zu einem Aschenbecher, der vermutlich als Waffe beim Attentat fungiert hat. Neben der Leiche findet sich eine geheimnisvolle Nachricht, die jedoch schnell verworfen wird, weil sie angeblich nur als Ablenkungsmanöver dienen sollte.

Die Ermittlungen führen schließlich dazu, dass der tote Holberg früher selber nicht den allerreinsten Leumund hatte. Er soll mindestens eine Frau vergewaltigt haben, die danach ein Kind von ihrem Peiniger gebar. Als das Kind mit drei Jahren einem Gehirntumor erliegt, begeht die Frau Selbstmord. Holberg selber wurde nie zur Rechenschaft gezogen.

Privat hat Erlendur ebenfalls seine Problemchen. Seinen Sohn sieht er so gut wie nie und seine Tochter lässt sich auch nur selten blicken. Zu seiner Ex-Frau hat er seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr. Als seine Tochter Eva Lind ihrem Vater eines Abends eröffnet, dass sie schwanger sei, penetriert er sie damit, endlich von den Drogen loszukommen. Doch die Drogen sind nicht ihr einziges Problem. Sie hat zudem auch noch eine menge Schulden. Wer der Vater ihres Kindes ist, muss man erst gar nicht fragen.

Island stirbt nicht aus

Wenn es so viele Morde in Island wie es Krimis aus besagtem Land gibt, muss man erwarten, dass das Land bald ausgestorben ist. Schließlich leben auf der Insel nur rund 300.000 Menschen. Aber das Gegenteil ist der Fall, denn auf dem Eiland hat sich die Population in den letzten 200 Jahre mehr als vertausendfacht.

Sympathieträger sehen anders aus…

Mit Erlendur hat sich Arnaldur Idridason einen eher unsympathischen Zeitgenossen ausgedacht. Der - natürlich geschiedene - Ermittler steht am Rande einer Depression (so wie fast jeder Ermittler aus Kriminalgeschichten die in Nordeuropa spielen) und hat zudem auch noch mit seiner drogenabhängigen und schwangeren Tochter zu kämpfen.

…aber ermitteln kann er

Als Einzelgänger macht er sich in seinem dreiköpfigen Team zeitweise auch nicht gerade beliebt, aber dennoch lernt man ihn als Leser zu schätzen, weil man irgendwann merkt, dass der Mann etwas drauf hat; auch wenn er bei so manchem Dialog nicht gerade als der hellste Stern am isländischen Himmel rüberkommt..

Sehr sympathisch hingegen ist, dass in der Übersetzung die Tatsache berücksichtigt wird, dass sich in Island alle duzen. Das macht die ganze Geschichte lebendiger.

Jetzt sag’ schon

Als Leser wird man zu Beginn mit einer Nachricht konfrontiert, die der Täter hinterlassen hat. Man liest und liest und liest, erfährt aber nicht, um welche Nachricht es sich handelt. Zwischenzeitlich fragt man sich, ob man es vielleicht nicht überlesen hätte, aber nein, tatsächlich muss man bis zur Mitte des Buches ausharren bis einem die Nachricht verraten wird. Vielleicht nicht die schlechteste Methode, den Leser an Nordermoor zu binden.

Idylle statt Leichenschau

Was außerordentlich gefällt und durchaus unüblich für einen Krimi ist, ist das Cover des Buches. Darauf befindet sich nicht die obligate Leiche oder irgendwelche unheimlichen Gebilde, sondern schlicht ein idyllisches Bild einer Landschaft, die vermutlich Nordermoor selbst darstellen soll.

Das Buch wurde unter den Namen „Der tote aus Nordermoor” (Originaltitel „Mýrin”) 2006 verfilmt.

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Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 14., Aufl. (Februar 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404148576
ISBN-13: 978-3404148578
Größe und/oder Gewicht: 18,7 x 12,6 x 3,3 cm


15.04.2008

Jean-Christophe Grangé - Das schwarze Blut

Mark Dupeyrat ist Journalist eines Boulevard-Blattes. Schon seit längerem beschäftigt er sich mit dem Serienmörder und früheren Freitaucher Jaques Reverdi. Als dieser auf frischer Tat ertappt wird und danach in Kuala Lumpur inhaftiert wird, beschließt Mark, brieflichen Kontakt mit ihm aufzunehmen. Weil Reverdi nur Frauen antwortet, geht der Journalist ein wagemutiges Risiko ein. Er klaut sich einen Pass der ihn unbekannten Elisabeth Breme und ein Foto des Models Kadidscha, die für seinen besten Freund Vincent arbeitet und verschafft sich somit eine weibliche Identität. Dass er das Model damit in einen tödlichen Schlund zieht, ist ihm anfangs nicht klar.

Schon seit Monaten hat Mark den Serienmörder Jaques Reverdi studiert. Sein Dossier beinhaltet alle Zeitungsartikeln die jemals erschienen sind. Er selber schreibt öfter Artikel für seine Zeitung und als er seinem Chef eine Reportage über Reverdi vorschlägt, ist dieser zunächst skeptisch, doch er stimmt dem Scoop zu.

Das Model Kadidscha träumt schon lange von einer großen Karriere. Als Tochter drogensüchtiger Eltern hatte sie eine schwere Kindheit und will diese Zeit endlich vergessen, also geht sie zu jedem Vorsprechen in der Hoffnung, endlich den großen Sprung zu schaffen – doch bis jetzt ohne Erfolg.

Eines Tages trifft sie den Fotografen Vincent, der von Anfang an begeistert von der Studentin ist. Als sie dann auf Mark trifft, verliebt sie sich sofort in ihn. Und als Mark auch noch eines von Vincent geschossenen Fotos von ihr einsteckt, ist sie im siebten Himmel. Doch sie ahnt nicht, welch ein Verderben damit beginnt.

Es beginnt ein emotionaler Briefwechsel zwischen dem Journalisten und dem ehemaligen Freitaucher. Beide beschreiben in den Briefen ihre intimsten Gefühle und letztlich verliebt sich der Mörder in die angebliche Studentin. Im letzten Brief fordert Reverdi Elisabeth dazu auf, seine Stationen als Mörder zu bereisen. Er will sich vollends ihr öffnen und sie auch treffen. Mark hat dies seinerseits nicht vor, weil er weiß, was das zu bedeuten hat. Doch er tritt die Reise an und begibt sich somit auf die Reise eines Serienmörders der Frauen so sehr liebt, dass er sie tötet.

Grangés Das schwarze Blut war mein erstes Buch des Franzosen und es ist bis heute für mich sein bestes. Vor allem deshalb, weil es komplett anders ist als die restlichen Werke, wo das übliche Katz-und-Maus-Spiel zwischen Mörder und Gendarm beschrieben wird. Dazu sind auch die Schauplätze Phnom Penn und Kuala Lumpur ungewöhnlich und machen das Buch noch um einiges interessanter.

Wenn man den Thriller so liest, erkennt man einige Parallelen zum Schweigen der Lämmer. Das wird auch im Verlauf von einem Charakter erwähnt und wiederum von einem anderen Charakter dementiert. Doch als Freund und Kenner der Lecter-Geschichte kann man einen Zusammenhang jedoch fast nicht wegdiskutieren. Die Ähnlichkeiten sind zu frappierend.

Jean-Christoph Grangé ist Journalist. Einer, der, wie man an seinen Romanen erkennt, viel um die Welt gekommen ist. Marc Dupeyrat ist ebenfalls französischer Journalist, der ebenfalls – schon aufgrund der Reportage über Reverdi – viel um die Welt kommt. Auch bringt er seine Story als Buch heraus. Man erkennt also einige Parallelen zwischen dem Protagonisten und dem Autor. Zufall?

Zum Lesefluss sei gesagt, dass der erste von insgesamt drei Abschnitten in dem Buch alles andere als spannend ist. Dennoch ist es sehr interessant zu lesen wie sich eine gewisse Beziehung zwischen Elisabeth und Reverdi entwickelt. Die Emotionalität und Intensität die in den Briefen gegeben ist, wertet das ganze noch zusätzlich auf.

Fazit: Grausam und doch wunderschön. Ein Buch, das man definitiv mehr als einmal lesen kann.

Das schwarze Blut bei Amazon bestellen

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Ehrenwirth; Auflage: 3., Aufl. (März 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3431036767
ISBN-13: 978-3431036763
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 4,2 cm


24.03.2008

David Morrell - Creepers

von admin in David Morrell

Creepers sind Menschen, die in ältere leerstehende Bauten eindringen um sich ein Bild dessen zu machen, wie Gebäude früher ausgesehen haben. Manchmal finden sich auch kleinere Schätze wie Möbel oder etwas größere Schätze wie Goldmünzen und dergleichen. Angeführt vom Geschichts-Professor Robert Conklin begeben sich fünf Leute in ein altes Hotel. Sie erwarten ein Abenteuer, doch es wird die schlimmste Nacht ihres Lebens.

Ashbury Park liegt im Bundesstaat New Yersey. Dort wurde 1901 das Paragon vom schwerkranken Morgan Carlisle erbaut. Die Besonderheit an dem Hotel liegt darin, dass es einer Maya-Pyramide ähnelt. Mit sieben Etagen sieht es mehr als beeindruckend aus. Carlisle bezog, als er noch lebte, das oberste Stockwerk. Bis zu seinem freiwilligen Ableben verließ er sein Meisterwerk aufgrund seiner Krankheit ganze 92 Jahre nicht.

Frank Balenger, ein Reporter, will die Studenten Vincent Vanelli, Cora und Rick Magill und deren Professor Conklin begleiten um eine Story über die Creepers zu schreiben. Doch es kam alles anders als erwartet. In dem Hotel tummeln sich neben mutierten Ratten auch noch andere Menschen, die der Gruppe alles andere als freundlich gesinnt ist. Als sie dann noch eine sonderbare Frau im Hotel finden wird die Exkursion bizarr - und tödlich.

Creepers ist eine absolut realitätsnahe Geschichte. In der Tat gehen Leute auf „Urban Exploration” (wie man das Treiben der creepers im Fachjargon nennt) und steigen in leerstehende Häuser ein. David Morrell erzählt im Nachwort, dass er sich als Kind selber gerne in verwaisten Behausungen herumgetrieben hat. Insbesondere dann, wenn seine Mutter mit seinem Stiefvater gestritten hat. Er fand dort teilweise uralte Relikte. Er erwähnt hierbei etwa, dass er Schellack-Platten aus dem Jahre 1929 gefunden hat. Voller Stolz brachte er sie Heim, wo er sie oftmals gehört hat.

David Morrells Werk hinterlässt einen bleibenden Eindruck, weil es sich, besonders durch die außergewöhnliche Thematik, vom Einheitsbrei anderer Autoren abhebt. Bei den meisten Büchern weiß man Monate später, nachdem man einige andere Romane gelesen hat, nicht mehr, worum es genau ging. Bei Morrells Thriller erinnert man sich selbst nach fünf, sechs oder mehr gelesen Lektüren noch, was sich in dem Buch abgespielt hat. Zudem ist der Plot packend und flott geschrieben und man kommt kaum weg, wenn man einmal begonnen hat, ihn zu lesen.

Was auffällt, ist die rohe Gewalt, die Creepers an den Tag legt. Charaktere verlieren während des Laufens Teile ihrer Extremitäten; das sind Momente, wo man einfach nur zur nächsten Szene kommen will. Aber auch das gehört zu den Eindrücken, die sich ins Gehirn des Lesers brennen und die man so schnell nicht mehr vergisst.

Was eher weniger gut ist, sind die Darstellungen der einzelnen Personen. Man lernt den Protagonisten Balenger zwar sehr gut kennen, erfährt, dass er im Irak-Krieg war und dort gefangen genommen wurdet. Traumatisiert von dieser Erfahrung stürzt er sich in dieses Abenteuer, was, wie man im Verlauf erfährt, nicht minder traumatisierend endet. Den Rest der Mannschaft lernt man jedoch nur wenig bis gar nicht näher kennen. Profil besitzt bis auf den Reporter keiner und sie ähneln sich alle sehr vom Charakter.

Durchaus bemerkenswert ist allerdings die Beziehung zwischen den Studenten Vincent, Cora und Rick. Während Cora und Rick verheiratet sind, hat es Vincent nach Jahren immer noch nicht verkraftet, dass Cora ihn damals verlassen hat und ist zunehmend eifersüchtig auf Rick. Diese Tatsache haucht der Geschichte dann doch etwas mehr Leben ein.

Fazit: Ein sehr atemberaubender Thriller vom Erfinder Rambos, mit einer sehr interessanten Grundlage. Das perfekte Buch für zwischendurch.

Mit Level 9 ist bereits ein Nachfolger von Creepers erschienen. Man wird an dieser Stelle demnächst auch hiervon eine Rezension finden.

Creepers bei Amazon bestellen

Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (Dezember 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426634473
ISBN-13: 978-3426634479
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3,4 cm


12.03.2008

Linwood Barclay - Ohne ein Wort

von admin in Linwood Barclay

Als Cynthia Bigge eines morgens aufwacht, ist ihre gesamte Familie nicht zu Hause. Sie selbst hat keinerlei Ahnung was am Vortag passiert ist. Lediglich ihr vollgekotzter Mülleimer sagt ihr, dass es nicht allzu angenehm gewesen sein kann.

Heute, 25 Jahre später, heißt Cynthia mit Nachnamen Archer, arbeitet halbtags in einer Boutique und ist mit dem Englischlehrer Terry verheiratet. Gemeinsam haben sie eine Tochter namens Grace, die unheimliche Angst davor hat, dass ein Asteroid in die Erde einschlagen könnte. Deshalb hat sie ein Teleskop, mit dem sie jeden Abend in den Himmel blickt um ihre Eltern vor einen etwaigen Einschlag zu warnen.

Cynthia Archer hat ihre Eltern und ihren Bruder seit besagten Abend nicht mehr gesehen, und seit diesem Abend ist sie auf der Suche nach ihnen - bislang ohne Erfolg.

Als sie eines Tages die Chance hat, ihre Geschichte im Fernsehen preiszugeben, sieht sie die einmalige Chance, ihre lang vermisste Familie wiederzusehen. Doch das führ zu einigen Missverständnissen und unheimlichen Begebenheiten.

Ich habe gelernt, dass man bei einer Beurteilung stets das Positive zuerst erwähnen soll, selbst wenn die negativen Aspekte dominieren. Also fangen wir mal an: Das Positivste an dem Buch ist, dass es sehr schnell zu lesen ist, weil der Plot äußerst flüssig geschrieben ist. Unter anderem ist Linwood Barclay auch Humorist. Auch das macht sich im Buch bemerkbar, wenngleich nicht sehr oft, was auch gut so ist. Immerhin ist es ein Thriller.

Das war es dann aber auch mit dem Positiven. Leider hat das Buch bis zu seiner Hälfte eine nur sehr spärliche Handlung. Man begleitet Terry in seinen Alltag, was jedoch alles andere als interessant ist, wenn man erfährt, wie er sich mit seinen Schülern herumschlägt - ich denke wir kennen das alle zu genüge, schließlich sind wir selber mal in die Schule gegangen. Auch mutet es sehr befremdend an, dass eine knapp 40-jährige Frau, die seit 25 Jahren mit der Tatsache lebt, dass ihre Familie wie vom Erdboden verschluckt ist, sich nach wie vor so verhält, als hätte sie eben gerade erfahren, dass ihre Eltern und ihr Bruder verschwunden sind.

Nach einem viertel Jahrhundert hält man sich nicht mehr an jeden kleinsten Strohhalm, selbst wenn das Thema im Fernsehen wieder aufgewärmt wird - wer sollte sich nach dieser Zeitspanne noch genau an diesen Vorfall erinnern, wenn er nicht unmittelbar daran beteiligt war?

Zwar kommt man in Ohne ein Wort wie erwähnt schnell voran, das liegt jedoch auch an dem viel zu einfachen Schreibstil. Man könnte fast von einem Kinderbuch sprechen, wenn man nicht wüsste, dass es ein Psychothriller ist - so richtig überzeugen mag der Schreibstil nicht. Anfangs wird auch jedes Fremdwort erklärt, was der Autor jedoch sehr geschickt macht indem er die Tochter Grace immer wieder in die Szene einbaut.

Das Ende ist leider auch nicht wirklich geglückt. Es wird leider zunehmend lächerlich, je näher man dem Ende kommt. Denn selbst wenn man weiß, das man dem Tod geweiht ist, möchte man sein Leben nicht auf jene Weise vorzeitig beenden, wie es im Werk von Barclay geschieht. Aber mehr Worte verliere ich nun lieber nicht mehr über das Ende, sonst rutscht mir noch ein spoiler aus.

Fazit: Ein sehr flüssig geschriebenes, doch viel zu unrealistisches Buch, sodass es eher für anspruchslose Leute zu empfehlen ist.

Ohne ein Wort bei Amazon bestellen

Broschiert: 491 Seiten
Verlag: Ullstein Tb; Auflage: 1 (Juni 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548267432
ISBN-13: 978-3548267432
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 3 cm

Leseprobe auf Thalia.at | Ein Trailer zum Buch


15.02.2008

Jean-Christophe Grangé - Die Purpurnen Flüsse

Herbst 1996. Prinzenpark-Stadion. Pierre Niémans hat Dienst beim Champions League Spiel zwischen Saragossa und Arsenal. Als ein englischer Hooligan nach dem Spiel einen Mord begeht, nimmt Niémans die Verfolgung auf und verprügelt den Übeltäter im Stadion von Roland Garros. So beginnt der zweite Roman von Jean-Christophe Grangé.

Die purpurnen Flüsse hat zwei Handlungsstränge. Im ersten grübelt Pierre Niémans über eine Leiche, die im Gebirge von Guernon von der attraktiven Fanny Ferreira gefunden wird. Das besondere an der Leiche: Die Augen fehlen. Außerdem besitzt das Opfer keine Fingerabdrücke. Die mit Wasser gefüllten Augenhöhlen geben das nächste Rätsel auf. Dazu kommt, dass der Tote in Fötalposition gelagert wurde. Als eine zweite Leiche ohne Augen gefunden wird, ist klar, dass es eine Serie von Morden ist.

Karim Adouf lernt man im zweiten Handlungsstrang kennen. Er ist ein junger, unerfahrener Polizist. Früher hat er von Autodiebstählen gelebt; auch heute als Polizist schreckt er davor nicht zurück.

Er hat einen eher harmlos scheinenden Fall zu bearbeiten: In eine Gruft am Friedhof des kleinen Kaffs Sarzac wurde eingebrochen, doch nichts gestohlen außer ein Foto des 1982 verstorbenen Jude Itéro. Am selben Tag wird noch in einer Schule eingebrochen. Auch dort fehlen plötzlich alle Fotos des toten Jungen. Doch warum sollte jemand Fotos von einem Burschen stehlen, der seit 14 Jahren tot ist?

Das Buch fängt überraschend flott an, was man - vor allem wenn man sein aktuelles Werk gelesen hat - von Grangé überhaupt nicht gewohnt ist. Auch Das Imperium der Wölfe, welches ja wie Die purpurnen Flüsse verfilmt wurde, fängt vergleichsweise langsam an. Auch ist es sehr flüssig geschrieben und man kommt kaum weg von dem Buch.

Die zwei Protagonisten sind interessant, wenngleich beide sehr zu Aggressionsanfällen neigen. Bei Niémans ist dies aber ausgeprägter, das erkennt man schon am Anfang des Buches. Der erfahrene Polizist hat vor nichts und niemandem Angst - außer vor Hunden. Deshalb sollte er im Verlauf auch einen kapitalen Bock schießen.

Karim Abdouf ist der junge, dynamische Neuling, der in den Tag hineinlebt. Den Araber mit seinen Dreadlocks und der bunten Mütze hält man zunächst nicht für einen Polizisten, doch er hat es faustdick hinter den Ohren und erreicht immer das, was er will.

Wie schon erwähnt ist das Buch von Anfang bis Ende spannend. Leider will Grangé es manchmal übertreiben. Glauben die beiden Ermittler bei einer Szene in eine Sackgasse zu rennen, finden sie am Ende doch noch einen entscheidenden Hinweis. Es wäre durchaus mal interessant gewesen, wenn die Polizisten eine falsche Entscheidung träfen. Vor allem bei Abdouf, der unerfahren ist, wäre das authentischer rübergekommen.Das Ende des Werks ist überraschend und sehr komplex. Als Leser weiß man bis zuletzt nicht, wer nun der Täter ist. Man hat gewisse Vorahnungen, aber ob die stimmen?

Fazit: Einer der besten Thriller des französischen Autor mit einem Spannungsbogen der enorm ist.

Die purpurnen Flüsse bei Amazon bestellen

Taschenbuch: 413 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 6., Aufl. (September 2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404144031
ISBN-13: 978-3404144037
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3 cm


05.02.2008

Craig Russell - Wolfsfährte

von admin in Craig Russell

Erinnern Sie sich noch an die Grimm’schen Märchen? „Schneewittchen”, „Hänsel und Gretel”, „Dornröschen” und wie sie alle heißen. Irgendwie waren sie ja schon unheimlich, oder?
Nachdem Sie Wolfsfährte gelesen haben, werden Sie sie noch unheimlicher finden - versprochen!

Wir begleiten Jan Fabel und seine Truppe bei ihrem zweiten großen Fall. Die Geschichte beginnt, als die Leiche eines Teenagers am Blankeneser-Strand gefunden wird. In der Hand des Mädchens finden die Ermittler einen Zettel mit einem Namen darauf. Der Name der Leiche?

Nachdem immer mehr Morde passieren, wird klar, dass es sich - wie schon bei Blutadler - um einen Serienmörder handelt. Bei jeder Leiche findet man ein Stück Papier mit einer Nachricht darauf.

Just zur selben Zeit, als die Morde beginnen, kommt ein Buch heraus, worin es um Jakob Grimm geht. Er lässt seine Märchen Wahrheit werden und geht auf Menschenjagd.

Im Team von Fabel finden einige personelle Wechsel statt und es beginnt zu menscheln. Auch in Fabels Privatleben ist nicht alles so wie es sein soll. Seine Mutter erleidet einen Herzinfarkt, doch neben dem Fall findet er nur wenig Zeit, sich um sie zu kümmern. Außerdem will er endlich seine Beziehung mit Susanne vertiefen, doch auch hier gibt es Komplikationen.

Wolfsfährte (Orininaltitel übrigens „Brother Grimm”, welchen man ruhig so ins deutsche Übersetzen hätte können) ist, im Gegensatz zu Blutadler, schon um einiges strukturierter und man kann mit dem Plot auch etwas anfangen und ihn nachvollziehen.
Was positiv auffällt ist, wie umfangreich der Leser über die Märchen der Gebrüder Grimm informiert wird. Hierzu liest man einige Monologe von Herrn Weiss, einer Figur in dem Buch, die jedoch alles andere als langweilig sind. Auch erfährt man, was aus dem Blutadler-Mörder passiert ist und wie die einzelnen Personen vom Fabel-Team damit umgehen.

Auffallend ist, dass sich die Sprache etwas geändert hat. Sie ist zunehmend vulgär und nicht selten liest man das F-Wort. Was man davon halten soll, sei allerdings jedem selbst überlassen.

Schon im Blutadler hat man gemerkt, dass Russel öfter auf die Geschichte Deutschlands eingeht. Das ist zwar bei Wolfsfährte nicht so oft der Fall, aber dennoch. So kommt beispielsweise ein aggressiver Hund namens „Adolf” vor. Vielleicht sollte sich der Autor wesentlicher auf die Hauptgeschichte konzentrieren, denn irgendwann ziehen auch die Nazis nicht mehr. Unbedingt besser wird der Plot durch die ständige Erwähnung dieser ohnehin nicht.

Was aber durchaus gefällt, ist die Erwähnung aktueller Themen. So wird Bezug auf den Kannibalen von Rothenburg und den U-Bahn-Schubser genommen. Man erkennt also, dass der britische Autor sich immer noch mit Deutschland beschäftigt. In seinem Dankesschreiben steht auch, dass er regelmäßig deutsche Zeitungen liest.

Fazit: Lesbar ist es, auch wenn man nie wirklich daran hängen bleibt. Eine Steigerung zu Blutadler ist vorhanden, jedoch eine überschaubare.

Wolfsfährte bei Amazon bestellen

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Ehrenwirth; Auflage: 2., Aufl. (Januar 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 343103697X
ISBN-13: 978-3431036978
Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3,6 cm


12.01.2008

Jean-Christophe Grangé - Das Herz der Hölle

Ursprünglich wollte er einen geistlichen Beruf ausüben, doch eine Exkursion in Afrika hat sein komplettes Leben verändert. Er wollte dem Teufel ins Antlitz sehen, also strebt er den Beruf an, wo man das Böse tagtäglich sieht – Polizist. Heute liegt Luc Soubeyras nach einem Selbstmordversuch im Koma und sein bester Freund Mathieu Durey will herausfinden wieso sein bester Freund sich das Leben nehmen wollte Deshalb begibt er sich auf die Suche nach der wahren Ursache von Lucs Suizidversuch.

Mathieu Durey wollte eigentlich einen klerikalen Beruf erlernen, jedoch erkannte auch er nach seiner Zeit in Ruanda, dass man das Böse am Ursprung bekämpfen muss, also wird er Polizist und folgt somit seinem besten Freund Luc Soubeyras, der davon Überzeugt ist, dass es den Teufel gibt und Jahre zuvor aus den selben Beweggründen wie Mat zur Polizei ging.

Als Luc im Koma liegt, versteht Durey die Welt nicht mehr. Sein bester Freund und praktizierender Christ Luc soll eine Todsünde begangen und selbstmörderische Absichten gehegt haben als er sich mit Steinen beschwert in einen Fluss begibt. Mathieu will es nicht glauben und greift den Fall auf, mit dem sich Soubeyras zuletzt beschäftigt hat. Damit begibt er sich auf eine Reise quer durch Europa und findet heraus, dass der Mord in der Nähe von Besançon nicht der Einzige dieser Art war. Immer mehr Mordopfer tauchen im Laufe der Ermittlung auf. Alle vom selben Mörder … ?

Das Herz der Hölle ist mit 778 Seiten der umfangreichste Roman Grangés. Wie üblich lässt es der französische Autor langsam angehen. Man erfährt zunächst eine umfassende Biografie des Hauptprotagonist ehe man zur eigentlichen Handlung kommt. Leute die mit klerikalen Fakten nichts anfangen können, sollten die Finger von diesem Buch lassen, aber für die Personen die kirchliche Aspekte interessieren ist dieses Werk definitiv ein Leckerbissen. Dazu kommt dass es kein reiner Thriller ist. Es ist eher ein Hybrid aus Krimi und Thriller. Dazu kommen Mystische Fragmente und auch die Erotik kommt nicht zu kurz.

Leider kann Grangé die Spannung, nachdem sie nach zirka 150 Seiten aufgebaut ist, nicht halten. Immer wieder kommen langatmige Szenen, die man überwinden muss. Aber spätestens nach der Hälfte des ist man als Leser an das Buch gefesselt und lässt es nicht mehr aus der Hand, auch wenn einige Szenen vorhersehbar sind.

Die Personen sind alle klar und besitzen ein Profil, das man sich merkt. Als Leser schlüpft man in die Rolle des Mathieus und sieht die Geschichte aus seinen Augen, was den Plot noch authentischer macht. Auch ist die Hauptperson sehr sympathisch, wenn auch anfangs etwas befremdlich, bedingt durch die Erfahrungen die sie in ihrem Leben gemacht hat. So begibt sich Mat nur sehr ungern in Restaurants, weil er das Klirren von Essbesteck nicht ausstehen kann. Es kommen noch weitere Eigenheiten hinzu, die man als Leser aber alle nachvollziehen zu versteht.

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Gebundene Ausgabe: 778 Seiten
Verlag: Ehrenwirth Verlag; Auflage: 1 (13. November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3431037372
ISBN-13: 978-3431037371
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,6 cm


22.12.2007

Dean Koontz - Irrsinn

von admin in Dean Koontz

Was würden Sie tun, wenn folgende Nachricht sie erreicht: “Wenn du diese Nachricht nicht zur Polizei bringst, um sie einzuschalten, werde ich irgend wo in Napa County eine hübsche blonde Lehrerin umbringen. Wenn du diese Nachricht zur Polizei bringst, werde ich stattdessen eine ältere Frau umbringen, die sich sozial engagiert.
Dir bleiben sechs Stunden, um dich zu entscheiden. Du hast die Wahl.”?

Irrsinn von Dean Koontz ist ein Thriller, der sich um den introvertierten Billy Wiles dreht. Der Barkeeper führt allgemein ein sehr ruhiges Leben in einem außergewöhnlichen Haus in Vineyard Hills. Eigentlich ist er verlobt, jedoch liegt seine zukünftige Frau Barbara im Koma. Nahezu täglich besucht Billy sie und erzählt ihr von seinem Tag. Manchmal spricht Barbara auch, was jedoch nichts mit dem zu tun hat, was ihr Verlobter ihr erzählt. Habe ich dir nicht die Hand zur Freundschaft gereicht?

Eines Abends, als Billy von der Arbeit heimfahren will, findet er ein Stück Papier unter dem Scheibenwischer geklemmt. Darauf befindet sich eine Nachricht wonach sich Billy entscheiden könne, welche Person getötet werden solle. Als am nächsten Tag zunächst von keinem Mord berichtet wird, ist sich der Barkeeper sicher, dass es sich bei der Nachricht offensichtlich um einen Scherz handelte. Leg die Schlampe um! Stunden später erfährt er, dass es doch kein Scherz war. Er erhält eine weitere Nachricht und merkt, dass er mehr und mehr in ein Dilemma schlittert und immer öfter solche Nachrichten erhält.

Bist du bereit für deine zweite Wunde? Mit der ersten Seite dieses einsträngigen Thrillers wird man in einen Bann gezogen, der nicht aufzuhören scheint. Dieses Buch strotzt nur so von Spannung. Neben Billy lernt man auch seine attraktive Kollegin Ivy Elgin etwas näher kennen. Sie behauptet, dass sie in toten Tieren die Zukunft voraussagen kann. Steve Zillis ist ebenfalls ein Kollege von Bill. Er ist der Showman unter der Barkeeper-Crew, der jeden Abend seine Performance über die „Bühne“ bringt.. Insgesamt erfährt man relativ viel über die wichtigsten Personen, wobei Wiles natürlich im Vordergrund bleibt. Man lebt mit ihm mit und nimmt dabei teil, wie er mehr und mehr einer Paranoia verfällt und dabei fast wahnsinnig wird.

Bei wichtigen Details um eine Person lässt sich der Autor teilweise sehr viel Zeit, um sie zu erläutern. Koontz erwähnt sie in kurzen Sätzen, mit denen man zunächst nicht viel anfangen kann. Später greift der Verfasser dieses Werks das Thema, in dem es in besagtem Satz ging, wieder auf und man erfährt wieder ein Stückchen über die Figur. So erfährt man zum Beispiel erst sehr spät, wieso Barbara im Koma liegt. Auch interessant ist, dass diese Details nebenbei in einem Halbsatz erwähnt werden.

Was negativ bzw. unrealistisch rüberkommt, ist die Tatsache, dass der Protagonist Leichen wegschafft, als wäre es das normalste der Welt. Das tut zwar der Spannung keinen Abbruch, dennoch fragt man sich als Leser, ob die Hauptperson vielleicht einer Nebentätigkeit als Leichenbestatter nachgeht.

Ohne Zweifel ist dieser Thriller, in dem Dean Koontz auch mehrmals T.S. Eliot zitiert, großartig und sehr flüssig zu lesen. Vor allem die letzten 100 Seiten gehen runter wie das sprichwörtliche Öl.

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Broschiert: 420 Seiten
Verlag: Heyne TB (1. November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453020359
ISBN-13: 978-3453020351
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3 cm


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